Karriere in der Kommunikations- und Medienbranche

Sonia Soutter, Gründerin und Inhaberin Werbekraft Nordost, Nicole Veser Leschzyk, Mitinhaberin der Imageagentur Stilgerecht, und Matthias Ullmeyer, Berater bei Kommunikationsagentur Gothuey & Partner, diskutierten über die Eigenheiten von Karrieren in der Kommunikations- und Medienbranche.

Im Zentrum des gut einstündigen Gesprächs standen Fragen nach dem richtigen digitalen und persönlichen Auftritt als Bewerber, den Perspektiven von Kommunikationsfachleuten bezüglich Branchenwechsel und Weiterbildungen, und dem geschickten Führen von Lohnverhandlung. Die Expertinnen und Experten gaben aus ihren ganz unterschiedlichen Perspektiven Auskunft und erzählten die eine oder andere Anekdote aus ihrem Berufsalltag.Moderiert wurde die Diskussion von Columni-Executive-Mitglied Claudia Sedoli.

Nachfolgend die wichtigsten Take-Aways für alle, die nicht dabei sein konnten: 

Früher war alles anders – die Marktsituation:

  • Quereinstiege in die Kommunikation sind heute nur noch sehr schwer möglich, auch Wertigkeiten der Ausbildungen haben sich verändert.
  • Ein Branchenwechsel ist auch schon sehr schwierig, Wechsel von Kundenseite zu Agenturseite ist ab 30 beinahe unmöglich.
  • Für einen Wechsel vom Journalismus in die Kommunikation bestehen bei PR-Stellen mit Schwerpunkt Text allerdings noch Möglichkeiten.
  • Häufigkeit von Stellenwechseln: Beständigkeit wird von den Unternehmen geschätzt, in der Kommunikationsbranche sind häufige Stellenwechsel aber Usus, daran haben sich auch Arbeitgeber gewöhnt.
  • Berufseinstieg: Mehr als zwei Praktika à 6 Monate sollten nach dem Studium nicht mehr gemacht werden.

Die erfolgreiche Bewerbung:

  • Sich selbst genau bewusst sein, wo die eigenen Stärken liegen und wie man diese gewinnbringend für ein Unternehmen einbringen kann. Daraus eigenes Profil erarbeiten und schärfen.
  • Systematisches Networking auf sozialen Netzwerken: Wo kann ich als Experte auftreten, etwas zur Community beitragen und dadurch ein Beziehungsnetzwerk aufbauen? Wie soll mein genaues Profil aussehen? Sich selbst positionieren.
  • CV: Eine Beschreibung der eigenen Person in Form eines Summary ist sehr wichtig, damit bekommt Lebenslauf einen Charakter.
  • Bewerbungsfoto: Authentisch und natürlich soll es sein. Und aktuell: Wechselt die Haarfarbe, wechselt auch das Bewerbungsfoto. Bei aller Natürlichkeit: „Manchmal ist ein Hemd dann doch besser als ein Totenkopf-T-Shirt“, sagt Stilexpertin Nicole Veser Leschzyk.

Positionierung mit einer Weiterbildung?

  • Häufig haben die Bewerbenden ein sehr hohes Ausbildungsniveau, das jedoch nicht im Verhältnis zur kurzen Praxiserfahrung steht. Es gilt, genau herauszufinden, welche Ausbildung passend ist, häufig werden Personen mit viel Praxis bevorzugt.
  • Viele Führungspositionen sind stark mit Marketing verknüpft. Da lohnt sich für Kommunikationsfachleute, in ein Nachdiplomstudium oder eine Weiterbildung zu investieren.

Die Lohnverhandlung:

  • Unter die eigenen Lohnvorstellungen soll man nicht gehen. Ausnahme: Befristet während der Probezeit, anschliessend muss der Lohn aber erhöht werden.
  • Zurückfragen „was bieten Sie denn?“ erlaubt? Hier sind sich die Experten leider nicht einig.
  • Die richtige Antwort auf die Frage „was verdienen Sie denn aktuell?“: Ehrlich antworten und im gleichen Satz sagen, was man bei der neue Stelle verdienen möchte.
  • Der beste Weg: Sich über gängige Plattformen über den branchenüblichen Lohn informieren, eigene Schmerzgrenze definieren und dann mit einer Summe, die ein Drittel darüber liegt, in die Lohnverhandlung einsteigen.
  • Zur Beruhigung: „Wenn man wegen dem Lohn nicht eingestellt wird, war’s eh nicht das Richtige“, davon ist Personalerin Sonia Soutter überzeugt.

(Text: Katharina von Wyl)

Nützliche Links:

EY Global Mobility Effectiveness Survey 2013 (Dokument über aktuelle HR Trends und Herausforderungen)

Spannender Vortrag über Lohnverhandlungen von Prof. Deepak Malhotra von der Harvard Business School

 

Columni Facebook und iam blog